Fahrt in die Tomatenröte – 28. April 2013

Am Sonntag widerfuhr dem TRIhundred60 Team die Ehre, einen Sonntagsausflug mit Ulrike Meisel:

und Christian Schläpfer:

unternehmen zu dürfen. Ulrike Meisel ist Triathlon-Fachfrau aus Frankfurt/Main, währenddessen Christian „das Alpenbrevet ist mir zu kurz“ Schläpfer sich einen Namen an Veranstaltungen wie dem Inferno Triathlon oder dem Gigathlon gemacht hat. Er will dieses Jahr nach eigenen Angaben allerdings etwas kürzer treten. Das TRIhundred60 Team musste sich also warm anziehen. Auch nicht-metaphorisch. Die Tchibo-Wetterstation vor Verena’s Küchenfenster zeigte diesen Sonntagmorgen nämlich Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt; Ende April.

Inspiriert vom Besuch der Velobörse noch an selbigem Vormittag war Christian’s Weapon of Choice für die nachmittägliche Seeland-Rundfahrt sein kürzlich über Ricardo erstandenes Refiner-Stahlgerät (teilverchromt, ein bisschen Retro) mit 80er-Jahre Campagnolo Zonda Flanschen. Gut und gern 15 Kilogramm Rohstoff. Besagtes Fahrzeug war ein Angebot von „Özdemir An- und Verkauf aller Marken“ an der Dietikerstrasse in Spreitenbach. Dieser zeigt sich erwartungsgemäss wenig beeindruckt von obligationenrechtlichen Wandlungsansprüchen seitens des Käufers. Aber das ist eine andere Geschichte.

Während Verena die Dienste ihres Ghostriders in Anspruch nahm, führte Peti seine Rosinante aus (vgl. Blog-Eintrag vom 8. April 2013). Beides Alu-Gurken. Ulrike fiel indessen, was die Wahl des fahrbaren Untersatzes anging, etwas aus dem Rahmen. Ihrer war nämlich aus Plastik. Kanadisches Fabrikat. Wir also unterwegs mit 15 Kilo Stahl, 20 Kilo Aluminium und 6.5 Kilo Kohlefaser-Kunststoff-Verbund. Da kriegt jeder Recycling-Unternehmer feuchte Augen. Anscheinend hat sich dies dann auch schnell rumgesprochen im Seeland, und so konnten wir bei der Landi-Tankstelle in Müntschemier das Velo von Christian im letzten Moment dem Zugriff eines gierigen Altmetallhändlers entreissen, wie das nachstehende Foto auf schonungslose Art und Weise zeigt:

So hoch war der Puls erst wieder (nach Umrundung des Bielersees) im Anstieg zum Frienisberg, hier in Bern besser bekannt als „Rampe des Todes“, Richtung Seeland sagen sie ihm auch: „Der Grosse Fiesling“. Vor mir lag eine Ruhewoche, weshalb ich mir erlaubte, gleich in der ersten Steigung zum Angriff zu blasen. Mein Kopf war in kurzer Zeit rot wie eine Tomate (im Berner Seeland, dem „Gemüsegarten der Schweiz“ werden übrigens über 60 verschiedene Gemüsesorten angebaut. Das „Grosse Moos“, wie die Anbaufläche auch genannt wird, zeichnet sich für etwa einen Fünftel der schweizerischen Gemüseproduktion verantwortlich). Hier noch eine Infografik zum Thema Tomaten:

(Quelle: www.gemüse.ch)

Derweil fuhr Christian locker nebenher und erzählte mir eine Geschichte aus dem Kanton Appenzell. Es war eine schöne Geschichte aus seiner Heimat, über Velohändler, die noch Anstand und Moral besitzen. Ich war selbstredend gleicher Meinung und habe ihm dies auch gleich mit zwei gewürgten Grunzlauten bestätigt. Des weiteren hat Christian einige Ausführungen über hiesige Geographie zum besten gegeben, da kurz zuvor sein GPS-Gerät ausgestiegen war, und wir uns nun abseits der geplanten Route befanden. Über den Sitzstreik seines GPS-Gerätes kursieren aktuell zwei Theorien: 1.: Das Gerät ist einem illegalen Polizeifunk-Störsender, wie sie in den Banlieue‘s von Biel gebräuchlich sind, zum Opfer gefallen. 2.: Das Gerät war ob der tiefen Geschwindigkeit etwas verwirrt, und hat gedacht es sei schon zuhause.

Wie er also – bei 14 Neigungsprozenten – etwas über Chalberwald, den Schüpberg und „eigentlich über Bütschwil bei Schüpfen nach Meikirch“ sinniert; ich immer noch nebendran auf der Rosinante am Attacke reiten (Puls 238, im Hintergrund konnte ich schon Bob Dylan singen hören: „Oh, help me in my weakness, I heard the Drifter say, duu-diddel-didei…“). Mein Angriff verpuffte dann unbemerkt in der Tiefe von Zeit und Raum. Glücklicherweise flachte die Strasse in der Folge etwas ab, und als ich wieder sprechen konnte, ergänzte ich mit fachmännischem Gestus: „ Ahh ja, Meikirch, sehr schön. Ortschwaben. Soso! Ja, ja, drüben im Appenzell wüssten sie noch um die Bedeutung der Berufsehre…nicht so wie im züricher Sündenpfuhl.“

Am Abend dann, zuhaus (ich immer noch am Nach-Verbrennen von ganzen Kalorien-Hundertschaften), hat mich Verena gefragt: „Und wie lief’s am Frienisberg?“ Ich: „Easy, haben ein bisschen über Land und Leute gesmall-talkt…“

„Der Angeber kauft zuerst die Sporen und borgt dann ein Pferd“, so sagen sie in Litauen.

2. Etappe GoIn-6Weeks Laufserie: Synthesebericht 6,6km enterPAINment in Rothenburg

Ut desint vires, tamen est laudanda voluntas!

Für einen ultimativen supply of badassness begaben wir uns heuer nach Rothenburg auf die Chärnsmatt, wo wir früher – in Zeiten bubenhafter Unschuld – auf dem Robinson-Spielplatz rumgegurkt sind. Damals drehten wir unsere Runden auf der Gartenmodellbahn, heute drehten wir die Runde zu Fuss. Aber richtig. Direkt in den Schmerz. Vorne die Windhund-Fraktion, dann ein paar Jungs mit einem suboptimalen Startplatz-Zieleinlauf-Verhältnis. Dann ich. In Sekunden-Bruchteilen legte ich mir zwischen Startschuss und dem Zeitpunkt, als mir die Lichter ausgingen noch eine Strategie zurecht: Je schneller ich im Ziel ankomme, desto früher hat das Leiden ein Ende. Ganz grosse Strategie. Zügig merkte ich, dass vorne Laufen genau so weh tut wie hinten Laufen. Frei nach Rolf Järmann dachte ich noch: „Wenn man das alles mit einem Hund machen würde, würde der Tierschutzverein eingreifen…“. Leider half alles Jammern nix, und nach einem munteren Schlagabtausch mit den üblichen Verdächtigen bis zu Kilometer 3 kündigte sich in einer Long Easy Right (Rally Pacenote) mit Steigung im Promille-Bereich der Röhrenblick an, welcher schliesslich erfahrungsgemäss in einen Filmriss mündete, inklusive Besuch vom rosaroten Einhorn (vgl. Blogeintrag vom 5. April 2013 zum Gurtenabendlauf). Die Milz stritt sich unterdessen mit dem Zwerchfell wer zuerst explodieren darf. Apropos Filmriss: Ich kam wieder zu mir als mich das Quad mit dem Kameramann überholte. Der filmte ohne Gnade drauf los. Mitten in unsere entstellten Visagen. Hätte ich das gewusst, ich hätte mir noch die Haare gemacht.

 Auf der Anhöhe konnte man von weitem das Ziel sehen. Die Hoffnung stirbt wie immer zuletzt. Man hätte auch das schöne Alpenpanorama sehen können, was allerdings etwas schwierig ist mit hochgradig eingeengtem Gesichtsfeld. Vorbei an netten Leuten, die ihrem Wortschatz zwar noch ein paar aufmunternde Worte entlocken konnten; in ihren Augen konnte ich jedoch lesen: „Uiii, der sieht aber scheisse aus.“ Kurz vor dem Zieleinlauf wurde jedem Läufer und jeder Läuferin freundlicherweise noch die Möglichkeit geboten, einen 400m Lauf auf der Bahn zu absolvieren. Hier kriegst echt noch was geboten für deine Kohle, dachte ich. Dann war Ende Fahnenstange. Apropos Fahne. Powermeter-Steve, welcher mich im Rahmen der Anreise mit dem muskelkraftbetriebenen Zweirad über Zäziwil-Trubschachen-Escholzmatt-Hasle-Rengg-Schachen-Lehnhof-Obernau-Littau-Rothenburg (100km/1400hm) begleitet hat, erzählte mir während unseres Schweinsbratwurst-Debriefings von Fahnenschwingern die den Zieleinlauf folkloristisch untermalten. Soviel zum Thema Röhrenblick. Hier der Fotobeweis:

 

Auch an diesem Abend hat es wieder grossen Spass gemacht, einander Schmerzen zu bereiten. Danke 6weeks!

Operation: “schnell wie Flipper” beginnt wieder im Juni

Da ich ja noch nicht unbedingt die Schnellste bin in der beliebten Triathleten-Disziplin Schwimmen, werde ich mich meinem Projekt „Operation: schnell wie Flipper“ wieder intensiver widmen. Natürlich möchte ich auch die Aussage, dass ich fast „rückwärts schwimme“, mit Überzeugung Lügen strafen … (schnief… vielleicht kann ich dann wieder besser schlafen! ;) Continue reading

“Schatzi, schick mir ein Foto” (GoIn-6weeks-Serie Klappe die Erste – 17. April in Triengen)

Wie in der Vorschau vom 5. April angedroht, machte sich ein kleines Gruppetto am frühen Nachmittag auf nach Triengen, um den dortigen 10km Abendlauf der 6weeks-Serie zu bestreiten. Als schnelles Training selbstverständlich. Bei eitel Sonnenschein trafen wir uns beim Thunplatz in Bern. Wir, das waren in diesem Fall Powermeter-Steve, Alain „Die Wade“ Zurbriggen und das TRIhundred60 Team in Vollbesetzung. Was die Route anbelangte gingen wir keine Risiken ein, standardmässig führte uns die Strasse über Worb, Hasle, Huttwil, Ettiswil und Sursse nach Triengen. Alain verliess das Gruppetto in Sursee und komplettierte seinen Nachmittags-Ausflug mit der Kleinigkeit Zofingen-Langenthal-Burgdorf-Bern (ohne Hilfe der SBB natürlich, und, was auch noch einer Randnotiz würdig ist: alles auf dem kleinen Kettenblatt, verantwortlich dafür eine Materialschwäche in der Region Schalthebel seines neuen Rennvelos. Zitat Alain: Hey, nur mit dem kleinen Kettenblatt kriegst im Fall noch easy einen 45er hin…). In einem schmucken, allerdings etwas verkehrslärmigen Strassencafé in Triengen dann folgendes Bild: Während Stefan und ich zur Stärkung ein Erdbeertörtchen zu uns nahmen, verdrückte Verena im Zuckersturz gleich einen ganzen Banana-Split. Ich dachte nur: Hoffentlich erfahren das unsere Sponsoren nicht… Continue reading

Peti’s erster Frühlingsausflug 2013 mit Steve Hunter und seinem Powermeter und Philip Walker Texas Ranger

Sonntags-Kaffeefahrt 14/04/2013

Die meisten haben es wahrscheinlich bemerkt (insbesondere auch die Töfffahrer), es ist bedeutend wärmer geworden. Immerhin haben wir schon Mitte April, nebenbei bemerkt. Ich habe gelesen dass der Jetstream, respektive das Abschmelzen der Polkappen respektive die diesbezügliche Wechselwirkung schuld daran sein soll, dass es solange kalt war.  Am Nordpol schmilzt das Eis aufgrund der Klimaerwärmung (insbesondere wegen der Töfffahrer), in der Folge entweicht wegen der grösseren Wasseroberfläche viel Wärmeenergie in die arktische Atmosphäre. Der Jetstream, welcher das europäische Wetter von Westen her beeinflusst, ändert nun seine Amplitude und bringt mehr kühle Luft in unsere Breitengrade. Da am Nordpol nun anscheinend alles Eis weggeschmolzen ist, und somit der Jetstream wieder auf seine gewohnte Route zurückgekehrt ist, es also bei uns wieder wärmer geworden ist, konnten wir das erste richtige Koppeltraining  der Saison machen. Continue reading